Verfasst von: Monist | 27. Januar 2010

ad hominem

Hier unsere eigene Definition:

„Ad hominem“, lateinisch „auf die Person gerichtet“, meint ein rethorisches Stilmittel, innerhalb einer Diskussion den Gegner als Person anzugreifen, nicht aber sein Argument. Es gehört damit zu den populistischen unsachlichen Propagandatricks.

Adolf Hitler, vollkommen unschuldig!

Adolf Hitler - hier völlig unschuldig!

Ein ad hominem fällt meistens negativ aus: „Du bist doch nur ein Kind“, „Du bist dumm“, „Du bist schlecht informiert, lies erst dieses oder jenes“, „von Dir kennen wir das ja nicht anders“ u. s w.

Ein positives ad hominem verzichtet auf ein Argument und führt Personen an, die eben die getätigte Ansicht ebenfalls vertreten – Personen, die besonders bekannt sind, für besonders beliebt, intelligent oder fachlich kompetent gehalten werden „… wie schon Albert Einstein sagte …“

Ein positiv gemeintes ad hominem kann auch in der Behauptung bestehen, eine besonders große Anzahl an Personen würde eine bestimmte Ansicht vertreten oder eine bestimmte Gruppe, die die Diskussionspartner besonders schätzen.

Unsachlich ist das ad hominem in aller Regel, weil der Bezug auf Eigenschaften der Person, die die Aussage trifft, nicht die Richtigkeit dieser Aussage betrifft. Genau das soll jedoch suggeriert werden. Auch wird eine Ansicht nicht allein dadurch richtig, dass sie von besonders vielen Menschen vertreten wird. Es dient zum kaschieren des Mangels an eigenen Argumenten.

Beispielsweise wird eine richtige Aussage nicht deshalb falsch, weil eine ansonsten dumme Person sie ausspricht, eine ethisch-moralische Aussage wird nicht zwangsläufig dadurch verwerflich, dass ein Mörder sie sagt. Eine Aussage, die Albert Einstein getroffen hat kann richtig oder falsch sein, der Umstand, dass die Aussage von ihm oder auch von ihm getroffen wurde ersetzt allerdings kein Argument in einer Diskussion, bloß weil er als intelligent oder fachlich kompetent gilt.

Wegen des meist unsachlichen Charakters gilt das ad hominem als unakademisch und unintellektuell und gilt daher in Diskussionen als verpönt (siehe Political Correctness).

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Responses

  1. […] Die Erwähnung des naturalistischen Fehlschlusses geht fehl: Der naturalistische Fehlschluss bedeutet, dass aus der Beschaffenheit der Welt nicht geschlussfolgert werden kann, wie sie sein soll. Es kann also aus dem, was wir vorfinden, keine Norm abgeleitet werden. Das Gegenstück zum naturalistischen Fehlschluss ist übrigens der supernaturalistische Fehlschluss, der den selben Fehler begeht, nämlich aus der Beschaffenheit der Welt eine Norm ableiten zu wollen. Der Umstand, dass jemand die Existenz eines Gotteswesens  irrtümlich für real hält, lässt sich nicht schlussfolgern, dass wir die Ansichten dieser imaginären Gottheit hinsichtlich ethischer Normen teilen müssten. Wenn man sich wirklich als freies und selbständiges Wesen versteht, würde uns eine Gottesvorstellung nicht von der Verwantwortlichkeit entbinden, selbst über unsere Normen zu entscheiden, selbst in Gut und Böse zu unterteilen. Das beinhaltet auch, dass ein freier Mensch eine Gottheit für böse halten kann. Der supernaturalistische Fehlschluss geht häufig mit einem auf die Gottheit bezogenen positiven ad hominem einher. […]


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